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Koronare Herzkrankheit im Herz Glossar

Glossar

Koronare Herzkrankheit

Die koronare Herzkrankheit (auch: ischämische Herzkrankheit) zählt zu den häufigsten Herz-Kreislauferkrankungen unserer Gesellschaft und bezeichnet eine Verengung der Herzkranzgefäße (Stenose), die im fortgeschrittenen Stadium lebensbedrohlich sein kann

Therapie und Vorsorge

Neben der Behandlung einer bereits manifesten koronaren Herzkrankheit bieten wir Ihnen über unsere Vorsorgeprogramme die Möglichkeit, Ihr individuelles Risiko zu erkennen und dieses rechtzeitig zum Beispiel durch eine Veränderung Ihrer Lebensgewohnheiten zu reduzieren.

Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie der Koronaren Herzkrankheit

Die Durchblutungsstörung des Herzmuskels infolge einer koronaren Herzkrankheit führt im fortgeschrittenen Stadium zu Schmerzen in der Brust (Angina pectoris) und bei einer akuten Verengung oder einem Verschluß des Gefäßes zu einem lebensbedrohlichen Herzinfarkt. Ungefähr 30 Prozent aller Männer und 15% aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer koronaren Herzerkrankung. Allein in Deutschland starben im Jahr 2006 ungefähr 144.000 Menschen an den Folgen einer koronaren Herzerkrankung.

Ursächlich für die Koronare Herzkrankheit ist in der Regel Arteriosklerose ("Arterienverkalkung"). Dabei lagert sich an der Innenseite der Gefäße zuerst fetthaltiges Material, später Kalk ab – die Gefäße verengen sich und verlieren ihre ursprüngliche Elastizität. Je länger dieser Prozess fortschreitet, umso weniger Blut kann durch die Gefäße fließen und die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff nimmt ab. Eine akute oder chronische Sauerstoffunterversorgung führt zu einem Gewebstod des Herzmuskels. Die Folge sind Vernarbungen, die zu einer verminderten Herzkraft und somit zu einer Herzschwäche führen können. Es besteht zudem, ob akut oder chronisch, ein deutlich erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. Zwar kann die Arteriosklerose alle Arterien des Körpers betreffen, insbesondere tritt sie aber an den Herzgefäßen und der Hals- sowie Bauchschlagader auf.

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Symptome der koronaren Herzerkrankung

Typische Beschwerden einer koronaren Herzerkrankung sind:

  • Druck- und Engegefühl im Brustbereich, ggf mit Austrahlung in den linken Arm, Magen oder Halsbereich
  • Luftnot
  • Herzrhythmusstörungen


Diese Beschwerden treten in Abhängigkeit des Ausprägungsgrades der koronaren Herzerkrankung auf. Je ausgeprägter die Durchblutungsstörung, desto geringer ist die Belastungsstufe, die zum Auftreten der Beschwerden führt. Bei fortgeschrittener koronarer Herzerkrankung wird somit die Leistungsfähigkeit immer geringer und die Beschwerden treten bereits bei leichter Belastung oder in Ruhe auf. Eine KHK führt zu einer allgemein verminderten Leistungsfähigkeit.

Risikofaktoren

Es gibt unterschiedliche Risikofaktoren, die das Entstehen einer koronare Herzerkarnkung begünstigen.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen:

  • Familiäre Dispoistion (Herzinfarkt in der Familie < 55 Lebensjahre)
  • Lebensalter
  • männliches Geschlecht


zu den beeinflussbaren Risikofaktoren zählen:

Risikofaktoren 1. Ordnung:

  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin)


Risikofaktoren 2. Ordnung:

  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Emotionaler Stress


Sind 2 Risikofaktoren 1. Ordnung vorhanden, ist das Infarktrisiko im Vergleich zur Normalperson 4fach erhöht, beim Vorliegen von 3 Risikofaktoren 1. Ordnung besteht ein 10fach erhöhtes Risiko.

Diagnose der koronaren (ischämischen) Herzerkrankung

Besteht der Verdacht auf eine Kronische Herzkrankheit (KHK), sollte unbedingt eine ärztliche Untersuchung durchgeführt werden. Neben der Anamnese und der körperlichen Untersuchung läßt sich die Diagnose einer koronaren Herzerkrankung häufig bereits über ein 12-Kanal-EKG, ein Belastungs-EKG und eine Herzultraschalluntersuchung stellen. Ggf. sind weitere Untersuchungen (Stressechokardiographie, Herz-MRT oder CT) zur Diagnosestellung erforderlich. Bei hochgradigem Verdacht und Beschwerden sollte eine Herzkatheteruntersuchung erfolgen.

Therapie

Grundbaustein der Behandlung einer koronaren Herzerkrankung ist die medikamentöse Therapie, die zu einer Einstellung der Risikofaktoren und somit als Folge zu einer verbesserten Durchblutung der Herzkranzgefäße führt. Die akute Therapie der koronaren Herzerkrankung (z.B. bei neu aufgetretenen oder zunehmenden Beschwerden bzw. beim Herzinfarkt) erfolgt über eine Behandlung der Gefäßengstelle mittels eines Herzkatheters. Hierbei werden die Verengungen gedehnt (Dilatation = PTCA) und meist mit einem Gefäßgitter versorgt (Stent). In schwereren Fällen kann auch eine operative Behandlung, z.B. eine Bypass-Operation notwendig sein.

Auf jeden Fall kann der Patient durch eine Veränderung der Lebensgewohnheiten zu einer besseren Prognose beitragen. Die wichtigsten Faktoren hierfür sind eine gesundheitsbewusste, cholesterinarme Ernährung (z.B. „mediterrane“, fettarme Kost) und regelmäßige körperliche Betätigung (Ausdauersport, z.B. Radfahren oder Laufen mehrmals pro Woche). Zudem kann derjenige, der das Rauchen aufgibt, das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses (Herzinfarkt) um bis zu 50% senken.